0 Artikel im Warenkorb

Alle Verlage

Bestseller

Copyright 2026 Milan-Spiele, Michael Lang

Bewertung

Builders of Blankenburg Second Edition (engl.)

Bewertung von Pascal V. aus Kottgeisering
13.01.2026

Review-Fazit zu „Builders of Blankenburg“, einem taktischen Aufbauspiel.

[Infos]
für: 2-5 Spieler
ab: 13 Jahren
ca.-Spielzeit: 60-90min.
Autor: Peter Schultz
Illustration: Liz Stephanoff
Verlag: Cobblestone Games
Anleitung: englisch
Material: englisch

[Download: Anleitung/Übersichten]
dt., engl.: [Link Entfernt]

[Fazit]
„BoB“ ist eines dieser Spiele, die sofort ein bestimmtes Bild im Kopf erzeugen. Ein mittelalterliches Städtchen, das gerade aus dem Boden schießt, voller Handwerker, Händler, Adliger und ehrgeiziger Baumeister. Und genau dieses Gefühl möchte das Spiel einfangen – ein klassisches Eurogame mit Ressourcenmanagement, Marktmechanismen und einem stetig wachsenden Stadtplan, der sich Runde für Runde verändert.
Was das Spiel besonders macht, ist seine Mischung aus Worker-Placement, Marktsteuerung und einem dynamischen Stadtbau, der nicht nur optisch, sondern auch mechanisch Einfluss auf den Spielverlauf nimmt.

Thematisch siedelt sich „BoB“ im spätmittelalterlichen Deutschland an. Die Spieler übernehmen die Rolle von Baumeistern, die mit Hilfe von Bürgern, Handwerkern und Ressourcen Gebäude errichten, um Ansehen und Einfluss zu gewinnen. Die Stadt wächst sichtbar auf dem Tisch, und das ist einer der stärksten Aspekte des Spiels. Jede Runde verändert sich Blankenburg, neue Gebäude entstehen, Bürger ziehen ein, und die Stadt wirkt lebendig.
Die Illustrationen sind eher funktional als opulent, aber sie unterstützen das Thema gut. Besonders der Stadtplan, der sich aus einzelnen Gebäudekarten zusammensetzt, erzeugt ein schönes Gefühl von Fortschritt.

Das Spiel läuft über mehrere Runden, die jeweils aus klar strukturierten Phasen bestehen. Trotz der vielen kleinen Schritte bleibt der Ablauf logisch und gut nachvollziehbar.

Zu Beginn jeder Runde kommen neue Bürger in die Stadt (Bürgerphase) – Adlige, Bauern, Händler, Geistliche. Jeder Bürger hat bestimmte Bedürfnisse und bevorzugte Gebäude. Diese Bürger sind wichtig, denn sie bestimmen, welche Gebäude besonders lukrativ sind und welche Ressourcen auf dem Markt gefragt sein werden.

In der Marktphase zeigt sich der interaktive Kern des Spiels. Spieler können Ressourcen kaufen oder verkaufen und die Preise verändern sich dynamisch je nach Angebot und Nachfrage. Holz, Stein, Metall, Werkzeuge – alles hat seinen Preis, und wer clever spekuliert, kann enorme Vorteile erzielen.
Der Markt ist einer der spannendsten, aber auch swingigsten Teile des Spiels. Ein einziger Spieler kann durch geschicktes Timing die Preise stark beeinflussen.

Dann werden Gebäude errichtet (Bauphase).
Jedes Gebäude benötigt bestimmte Ressourcen und bringt unterschiedliche Vorteile. Wohngebäude ziehen Bürger an, Handwerksgebäude erzeugen Einkommen, Prestigebauten bringen viele Siegpunkte und Spezialgebäude verändern Regeln oder Marktmechanismen.
Der Bau selbst ist simpel. Ressourcen abgeben, Karte platzieren, Effekt nutzen. Doch die Entscheidung welches Gebäude man baut, ist hochstrategisch, denn die Bürger der Stadt belohnen bestimmte Gebäudetypen stärker als andere.

Die Bürger zahlen Steuern – und zwar an die Spieler, die die Gebäude besitzen, die sie bevorzugen (Einkommensphase).
Das ist ein cleverer Mechanismus, denn die Stadt wächst nicht nur optisch, sondern auch wirtschaftlich und die Spieler profitieren davon, wenn sie die Bedürfnisse der Bevölkerung antizipieren.

Am Rundenende kommen neue Bürger, der Markt passt sich an und die nächste Runde beginnt.

„BoB“ ist ein klassisches Eurogame mit einem starken Fokus auf Planung und Timing. Besonders gelungen ist die Verzahnung von Markt, Bürgern und Gebäuden. Wer versteht, wie diese drei Systeme ineinandergreifen, kann beeindruckende Synergien erzeugen.
Das Spiel ist eher ruhig, analytisch und belohnt langfristiges Denken. Interaktion entsteht vor allem über den Markt und die Konkurrenz um bestimmte Gebäude.

Wie viele Spiele mit dynamischem Marktmechanismus hat auch „BoB“ ein paar Balancefragen. Erfahrene Spieler können den Markt stark dominieren. Wer früh viel Kapital generiert, kann Ressourcenpreise so beeinflussen, dass andere Spieler kaum mithalten können. Das ist thematisch stimmig, aber spielmechanisch manchmal frustrierend.
Die Bürger, die jede Runde ins Spiel kommen, sind nicht immer gleich wertvoll. Manchmal passen sie perfekt zu den Gebäuden eines Spielers, manchmal gar nicht. Das erzeugt Varianz, aber auch Glücksmomente, die nicht jeder Eurogame-Fan schätzt.
Der erste Spieler hat gelegentlich einen leichten Vorteil beim Zugriff auf bestimmte Gebäude oder Marktaktionen. Nicht dramatisch, aber spürbar.

„BoB“ ist ein thematisch stimmiges, strategisches Aufbauspiel, das besonders durch seinen lebendigen Stadtplan und die Verzahnung von Markt, Bürgern und Gebäuden glänzt. Es ist kein Spiel für Hektiker oder Bauchspieler – es richtet sich an Fans von strukturierten, planbaren Eurogames, die Freude daran haben, wirtschaftliche Systeme zu optimieren.
Die Balance ist nicht perfekt und der Markt kann gelegentlich swingig wirken, aber das Spiel bietet ein atmosphärisches, tiefes Erlebnis, das sich besonders in Runden mit ähnlich erfahrenen Spielern entfaltet.

[Note lt. Kompetenz-Team]
4.5 von 6 Punkten.


[Links]
BGG: [Link Entfernt]
HP: [Link Entfernt]
Ausgepackt: [Link Entfernt]

[Galerie: 15 Fotos]
[Link Entfernt]

Zurück
Artikeldetails

Angebot der Woche

Angebote im Januar 2026

Neue Angebote

Jetzt vorbestellen

Spielend für ToleranzAsmodee FlagshipstorePegasus Spiele PremiumshopASS Ausguckhändler
Der Artikel wurde ihrem Warenkorb hinzugefügt.