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(1 Rating. Rate now!)Polaris – ein kompetitives Sternenlegespiel. Alles dreht sich um Polaris, den Nordstern, der in der nördlichen Hemisphäre seine Position niemals verändert.
Ihr legt Sternbilder, sammelt Sternschnuppen und erfüllt Ziele. Die Mondphasen bewegen sich um den Nachthimmel und bestimmen so, welche Karten in welchem Sektor gespielt werden können und welches Ziel gewertet wird.Â
Lohnt es sich, für einen besonders starken Zug zu sammeln, oder kommen die anderen dir vorher in die Quere?
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Review-Fazit zu „Polaris“, einem abstrakt thematischen Taktikspiel.
[Infos]
für: 2-4 Spieler
ab: 8 Jahren
ca.-Spielzeit: 30-50min.
Autoren: Simone Luciani und Andrea Mainini
Illustration: Luna Vargas
Verlag: Wonderbow Games
Anleitung: deutsch
Material: sprachneutral
[Download: Anleitung/Übersichten]
engl.: [Link Entfernt]
[Fazit]
Es gibt Spiele, die versuchen, ein Thema über Illustrationen oder Flavourtexte zu transportieren. Und dann gibt es Polaris – ein Titel, der sein Thema nicht nur zeigt, sondern mechanisch atmet. Hier gelingt ein seltenes Kunststück, ein abstraktes Legespiel, das sich dennoch wie eine nächtliche Himmelsbeobachtung anfühlt. Der Polarstern steht im Zentrum, die Mondphasen wandern, Sternbilder entstehen und am Ende hat man das Gefühl, tatsächlich ein Stück Firmament geordnet zu haben. Ein Himmel aus Puzzleteilen – und ein Spiel, das sich organisch entfaltet.
Der modulare Nachthimmel, zusammengesetzt aus fünf Sektoren, wirkt zunächst wie ein abstraktes Raster. Doch sobald die Mondphasen um ihn herum platziert werden, entsteht ein dynamisches System. Die Mondposition bestimmt, welche Aktionskarten in welchem Sektor gespielt werden dürfen und welches Ziel am Ende einer Wertungsphase zählt. Dadurch fühlt sich jede Partie wie ein rotierendes kosmisches Uhrwerk an, das man nicht kontrolliert, sondern antizipiert.
Der Aufbau ist schnell erledigt, aber thematisch erstaunlich dicht. Die Sternschnuppen als Ressource, das Teleskop als Marker für die nächste Wertung, die Umlaufbahnen, die Sektoren, die roten Randfelder – alles greift ineinander, ohne überladen zu wirken.
Die Aktionskarten sind das eigentliche Steuerpult des Spiels. Jede zeigt eine Mondphase, die den erlaubten Sektor vorgibt, Elemente, die man platzieren darf (Sterne, horizontale oder vertikale Verbindungen) und gelegentlich ein Morgensymbol, das die Karte unter den Horizont wandern lässt und damit die Wertungsphase vorantreibt.
Das Besondere ist, dass man beliebig viele Karten spielen darf, solange sie dieselbe Mondphase zeigen. Wer mehr Flexibilität braucht, kann die Mondphase einer Karte ändern – bezahlt aber mit Sternschnuppen. Dieser Mechanismus ist elegant, weil er taktische Freiheit ermöglicht, aber gleichzeitig Ressourcenmanagement erzwingt.
Die Platzierung selbst ist intuitiv, aber voller kleiner Entscheidungen. Weiße Felder bringen Sternschnuppen, rote Felder kosten welche. Verbindungen müssen der Ausrichtung der Karte folgen. Und Polaris, der zentrale Stern, kann Sternbilder verbinden, zählt aber nicht für persönliche Ziele. Das erzeugt ein ständiges Abwägen zwischen kurzfristiger Effizienz und langfristigem Aufbau.
Sobald die Plätze unter dem Horizont gefüllt sind, „geht die Sonne auf“ – ein poetischer Ausdruck für eine sehr mechanische Konsequenz, die Wertungsphase startet.
Diese Momente sind das dramaturgische Rückgrat des Spiels. Sie belohnen Planung, bestrafen Unachtsamkeit und sorgen dafür, dass niemand sich in Ruhe ein Sternenimperium aufbauen kann. Besonders gelungen ist, dass die Person, die die Wertung auslöst, das Teleskop erhält und damit 2 Siegpunkte sowie den nächsten Zug.
Die allgemeinen Ziele sind vielfältig und clever gestaltet. Präsenz in Sektoren, Sterne in Umlaufbahnen, längste Verbindung, unterschiedliche Sternbildgrößen – jedes Ziel fordert eine andere Art von Planung. Und da die Mondphasen den Fokus ständig weiterdrehen, fühlt sich jede Wertung wie ein neuer Abschnitt der Partie an.
Nach der fünften Wertung folgt die finale Abrechnung, und hier zeigt Polaris seine abstrakte Schönheit. Sternbilder werden nach Größe bewertet, einsame Sterne bestrafen, persönliche Ziele belohnen geometrische Muster. Besonders die persönlichen Ziele sind ein Highlight, denn sie verlangen exakte Formen, nicht gedreht oder gespiegelt und erzeugen dadurch ein fast puzzleartiges Gefühl im eigenen Sternennetz.
Das Polaris nicht für persönliche Ziele zählt, aber Sternbilder verbinden kann, ist ein kleiner, aber entscheidender Kniff, der das Zentrum des Spielfelds strategisch auflädt.
Polaris ist ein Spiel, das erstaunlich viel Atmosphäre aus einem abstrakten Kern zieht. Die Mechanismen sind klar, aber nicht trivial. Die Entscheidungen sind taktisch, aber nie überladen. Und die rotierende Wertungslogik sorgt dafür, dass man ständig mit dem Spielbrett „mitdenkt“. Es entsteht eine ruhige, konzentrierte Spannung, ähnlich wie bei Spielen wie „Azul“ oder „Nova Luna“, aber mit einem deutlich stärkeren thematischen Unterbau. Man spürt die Bewegung der Mondphasen, man plant Sternbilder wie kleine Kunstwerke und man freut sich über jede gelungene Verbindung.
Polaris ist ein Spiel, das sich anfühlt wie eine sternenklare Nacht, ruhig, strukturiert, voller kleiner Entdeckungen. Das Spiel verbindet Thema und Mechanik auf bemerkenswerte Weise. Die rotierenden Mondphasen, die Sternbilder, die Wertungslogik – alles wirkt wie ein harmonisches System, das man Zug um Zug entschlüsselt. Es ist ein Spiel, das nicht laut beeindruckt, sondern leise glänzt. Ein Fixstern im Regal, der immer wieder zu einer neuen Partie einlädt.
Es is weniger geeignet für Menschen, die direkte Interaktion oder konfrontative Elemente erwarten. Polaris ist eher ein stiller Wettlauf als ein Schlagabtausch – ein leuchtender Fixpunkt im abstrakten Genre.
[Note lt. Kompetenz-Team]
5 von 6 Punkten.
[Links]
BGG: [Link Entfernt]
HP: [Link Entfernt]
Ausgepackt: n/a
[Galerie: 15 Fotos]
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